
Der Blosenberg
Die geplante Gemeindeverbindungsstraße Blosenberg soll Biberachs Osten entlasten. Doch ein genauer Blick in die offiziellen Verkehrsprognosen zeigt: Der tatsächliche Nutzen ist gering, die Eingriffe in Landschaft und Klima dagegen gravierend.
Laut der städtischen Prognose von Modus Consult würde die neue Straße den Verkehr an der Ulmer Straße nur um rund 18% der Fahrzeuge täglich reduzieren. Ein Effekt, der im alltäglichen Verkehrsfluss kaum spürbar sein dürfte.
Auch an der Bergerhauser Straße, wo sich die Verwaltung eine deutliche Entlastung erhofft, bleibt der Rückgang überschaubar.
Darauf weisen wir, die Bürgerinitiative Biberach hin, die die städtischen Planungsunterlagen und Verkehrsdaten seit Monaten kritisch auswertet.
Im selben Gebiet soll zudem bereits der Aufstieg zur B 30 gebaut werden. Ein Projekt, dessen reale Auswirkungen unklar sind.

Feldweg

Hang zum Hubertusweg

Blick auf den nördlichen Teil.

Feldweg
Dass nun zusätzlich eine zweite neue Straße – die GV Blosenberg – im unmittelbaren Umfeld entstehen soll, wirft Fragen nach der Verhältnismäßigkeit und planerischen Logik auf.
Statt Entlastung droht hier ein Nebeneinander zweier Ausbauten mit ähnlicher Zielsetzung – zulasten von Landschaft und Natur.
Unsere Argumente - eine Gegenüberstellung

Gibt es hier umsonst ....
Ein Naherholungsgebiet
Der Blosenberg ist mehr als eine freie Fläche auf der Karte. Er gilt als eine der letzten zusammenhängenden grünen Lungen Biberachs.
Er sorgt für Frischluftzufuhr, dämpft Hitze, speichert Wasser und bietet Erholung – auch für Menschen aus der Innenstadt.
Sein Verlust würde nicht nur das Mikroklima des Ostens, sondern auch die Lebensqualität vieler Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigen.
Die Bürgerinitiative Biberach warnt zudem davor, dass mit der Trasse eines der letzten ökologisch intakten Naherholungsgebiete unwiederbringlich zerschnitten würde.
führt im Ergebnis zur Zerstöhrung.
*Verkehrswende oder Verkehr von gestern? *
Schon heute zeigen Verkehrszählungen: Viele Straßen im Stadtgebiet sind weniger stark belastet als die Prognosen von 2018 unterstellen. Homeoffice, E-Bikes und ein besseres Busangebot verändern das Mobilitätsverhalten längst.
Dennoch wird mit den alten Modellannahmen weitergerechnet – und damit eine Straße geplant, deren Nutzen kaum belegbar ist.
Biberach steht damit sinnbildlich vor einer Grundsatzfrage:
Will die Stadt wirklich noch mehr Asphalt – oder endlich ein modernes Mobilitätskonzept, das Schiene, Rad und Bus stärkt und zugleich den Wirtschaftsstandort durch Lebensqualität und intakte Natur stärkt?
Sieht schön aus, die Wirklichkeit entspricht dann eher dem Bild oben.
Umso schwerer wiegt der Zeitpunkt: Nur wenige hundert Meter entfernt soll in den kommenden Jahren eine neue Bahnhaltestelle im Aspach entstehen – ein Projekt, das die Mobilität im Osten Biberachs grundlegend verändern dürfte.
Mit dieser Haltestelle ließe sich der Pendelverkehr nachhaltig verringern – durch bessere Anbindung, kürzere Wege und mehr Möglichkeiten für Bus, Bahn, Rad und Fußverkehr.
Vor diesem Hintergrund wirkt der parallele Straßenneubau zunehmend widersprüchlich: Während Land und Bund auf klimafreundliche Mobilität setzen, hält Biberach an einem Konzept aus dem letzten Jahrzehnt fest.
Wirtschaft braucht auch Lebensqualität
Auch die heimische Wirtschaft profitiert von einer intakten Umwelt.
Große Arbeitgeber in Biberach – ob in der Pharmaindustrie, im Maschinenbau oder im Dienstleistungssektor – werben längst mit Standortfaktoren wie Lebensqualität, Familienfreundlichkeit und einem attraktiven Wohnumfeld.
Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, braucht grüne Räume, Radwege, saubere Luft und kurze Wege – keine vom Nutzen her fragwürdige Landschaftsversiegelung vor der Stadt.
Unternehmen sind darauf angewiesen, dass ihre Beschäftigten nach Feierabend Erholung finden, dass Hitzeinseln begrenzt und Naherholungsräume erhalten bleiben.
Ein nachhaltiger Wirtschaftsstandort ist heute untrennbar mit ökologischer Qualität verbunden.



